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Donnerstag, 11. Januar 2018

Das NetzDG trennt Journalismus von der Journaille


Was ist der Unterschied zwischen seriösen Journalisten und der Journaille?

In den letzten Tagen war es recht deutlich zu sehen, daß wir Menschen doch ganz offensichtlich zu den "Rudelviechern" gehören.
Twitter, Facebook & Co. nutzen Ihre Chance, um ein, für sie unliebsames und  kostenträchtiges Gesetz, los zu werden und löschten "werbewirksame" Prominenten-Posts und selbst die seriöse Presse (gerne als Journaille bezeichnet) rannte hinter diese Leckerbissen her und servierte ihre daraus gewonnenen Erkenntnisse als größte Weisheit des Tages.

Da wird das neue NetzDG (Netzdurchsetzungsgesetz) in allen Details wirksam und so manch ein Journalist wandelt sich zur Journaille und rennt wie in einer Hammelhorde (Mainstream-Journalismus) los, um den Urheber dieses "schnöden, die Meinungsfreiheit beerdigenden Gesetzes" soo madig zu machen, damit der dieses Gesetz schleunigst zurück nimmt.
Selbst einer meiner Lieblings-Blogger, Henryk M. Broder, konnte sich da mit seiner Blogger-Mannschaft zeitweilig nicht mehr so recht zurückhalten.
Und die Hamburger Zeitung, Die Zeit folgte ihm auf dem Fuße, ist aber recht schnell wieder zurück gerudert.

Aber Heiko Maas zeigte sich besonnen.
Und so gaaanz laaaangsam kehren einige der Journalisten aus dem Ecke der Journaille zurück zu dem, was sie einmal gelernt hatten:
Gut recherchierte, sachkundige, objektive und faire Berichterstattung.

Zeigt sich Die Freie Welt heute noch etwas bockig und gibt den Grünen, "mit ihrer Sauferei", die Schuld, daß es dieses Gesetz überhaupt gibt, sind von der FAZ doch schon recht mildere Töne zu hören:

Eine bessere Lösung gibt es (noch) nicht

Ich zitiere:
"Je mehr Menschen eine neue Technik nutzen, desto schwieriger ist es, sie zu kontrollieren. Als das Auto zum individuellen Fortbewegungsmittel für die Massen wurde, war das ein ungeheurer Zugewinn an Lebensqualität. Aber es starben jährlich in Deutschland weit über zehntausend Menschen im Straßenverkehr. Durch bessere Sicherheitstechnik und ebenso durch strafbewehrte Eingriffe des Staates in die Freiheit des Einzelnen wie Tempolimits, Anschnallpflicht oder Alkoholverbot sank die Zahl der Toten auf heute etwa 3000. Das ist immer noch zu hoch – aber es wird etwas dagegen getan."
Den vollständigen und nunmehr lesenswerten Text findet ihr  hier in der FAZ . . . 

Ich weiß, wovon ich rede, wenn es um anonym agierende Hetzer geht.
Ich war ein Forenmoderator im ersten Forum der Hansestadt Hamburg; man betitelte uns damals  gern als "Forenhansel".
Das Wort Hateposting gab es zwar damals noch nicht, doch wir kannten alle Nuancen der Hetze, des Mobbings und des Stalkings.
Schon zu Zeiten des ersten Online-Gästebuches der Freien und Hansestadt Hamburg war ich mit dabei. Schon damals wurde der, für die Überwachung zuständige Pressesprecher des Senats, nicht so recht mit der darin stehenden Hetze fertig.
Als dann seinerzeit, nach dem Anschlag auf das World Trade Center, im Online-Gästebuch eine Moslem-Hetze losging und jemand meinte, daß man nicht nur einen Moslem, sondern gleich zwei an einen Galgen hängen sollte, weil das wirtschaftlicher wäre, ist mir der Kragen geplatzt.
Ich rief den Pressesprecher unter seiner privaten Telefonnummer an, aber er meldete sich nicht . . .
Mittels eines kleinen, zugegebener maßen hinterhältigen, Vorwandes hatte ich ihn dann damals mit Hilfe einer Peterwagen-Besatzung so gegen 6 Uhr in der Frühe aus dem Bett holen lassen.
So gegen 9 Uhr hatte ich ihn dann fairerweise angerufen und mich bei ihm in voller Unschuld entschuldigt.
Er hatte meine Entschuldigung (wohl zähneknirschend) angenommen und den betreffenden Post im Online-Gästebuch gelöscht.

Meine damalige Betrachtungen sind noch im Archiv meiner Homepage unter diesem Link zu finden:

http://www.kurt-staudt.de/~archiv/2_HomepageWerkstatt/MoHa/index-MoHa.html
Mobbing in Foren und deren Folgen
Mangelhafte Moderation führt zum Mobbing
und zu Hacker-Angriffen auf den eigenen PC
Also Ruhig Blut, meine lieben Journalisten, kehrt in den Stall zurück,
und zerreißt den Herrn Maas nicht zu Unrecht:
Die Meinungsfreiheit wird uns nicht genommen,
nur "Scheiße schreiben" ist out!

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Siehe auch diesen Post in meinem Blog über Hater:
   

Mittwoch, 10. Januar 2018

NetzDG: Twitter ziert sich und löscht nicht?

   
Meine Erfahrungen mit dem neuen NetzDG:
                                                                                                                                                                    .
Besonders Twitter ist anscheinend sehr bemüht, das neue NetzDG zu ignorieren und berechtigte Beschwerden abzublocken.
Es ist anscheinend das gleiche Verhalten wie bisher . . .

Facebook scheint eher zu kooperieren, aber auch durch unberechtigte Löschungen das Thema aufheizen zu wollen, um das unliebsame und kostenträchtige Gesetz schnell wieder loszuwerden

Bisher habe ich nur 2 berechtigte Tests los gelassen, um Hetz-Postings meines "Freundes" Stuart aus dem Netz entfernen zu lassen.
Das Ergebnis ist zweigeteilt.
Facebook hat den von mir beanstandeten Post, ohne nochmalige und unnötige Rückfrage bei mir, prompt gelöscht.

Twitter ziert sich noch, obwohl ich dort einen gleichwertigen Post (im Vergleich zu dem Post in Sachen Facebook) gemeldet hatte.
Mein Löschantrag wurde abgelehnt und ich habe einen Widerspruch (per email-Reply an Twitter) gegen diese Ablehnung eingelegt und dabei die zur Zeit geltende Frist von 7 Tagen angegeben.
Sollte innerhalb dieser Frist keine Löschung erfolgen oder eine für mich plausible Begründung eingehen, warum nicht gelöscht werden könne, so werde ich halt meine Beschwerde  an die zuständige Stelle beim Bundesjustiz-Ministerium absenden.

Das war die Ablehnung seitens Twitter:
Kein Name, keine Adresse (Post-Anschrift, keine Telefonnummer oder, oder, oder . . .
Da wurde bei Twitter offensichtlich ein Bot eingesetzt, der auch noch nicht einmal korrekt mit Daten gefüttert war.

Das ist die vollständige Antwort von Twitter in Sachen wiki_mobbing:
Hallo,

wir haben deine Beschwerde über den Account wiki_mobbing erhalten.

Wir haben die gemeldeten Inhalte untersucht, jedoch keine Verstöße gegen die Twitter Regeln (https://support.twitter.com/articles/18311) oder geltende Gesetze gefunden. Wir haben daher diesmal keine Maßnahmen ergriffen.

Mit freundlichen Grüßen,

Twitter 
Das Beschwerdeformular vom Bundesamt für Justiz werde ich notfalls am 12. Januar 2018 ausfüllen und absenden.

Das Formular findet ihr hier im Internet:
Beschwerdeformular in Sachen Netzdurchsetzungs-Gesetz

Der direkte Link zum Formular:
https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/Buergerdienste/NetzDG/Service/Formulare/Anzeige/Formular_node.html;jsessionid=4F2F3ECF8F25FE3B56C06E39F6CF45A1.2_cid386

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Mein nächster Testkandidat ist Google mit seinen Blogs und mit Google+
Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen mit Google dürften mit diesem Betreiber keinerlei Probleme auftauchen.

Natürlich habe ich dem unseriösen Betreiber des von mir beanstandeten Google-Blogs eine entsprechende Vorwarnung gegeben, damit er seine geklauten und mit Hetze verfremdeten Texte schon im Vorwege selbst vom Netz nehmen kann.
Wer weiß, vielleicht spekuliert er ja eher auf eine Strafanzeige oder gar Abmahnung?

Übrigens:

Das NetzDG ist wohl nicht so sehr für die obstinate Prominenz gemacht worden, sondern für die vielen anonymen Hetzer, Lügner und beleidigende Faktenvverdreher im Netz, die nur schwer über ihre iP-Adresse zu fassen sind und nur die Gerichtsbarkeit unnötig mit ihrem, teils kriminellem Tun, belasten.